Meine Hunde

… Jeder Hund ist und war was besonderes!

SAM
Mein aktueller Hund kam Mitte Dezember 2023,  heißt SAM, geb. 20.10.2019 in Rumänien (aus der Tötung), kam als Welpe nach Deutschland, geht in die Richtung des Altdeutschen Hütehund „Schafpudel“ (-Mix),  wird auch gerne mal als „Schapu“ bezeichnet. Da er aus Rumänien kommt, ist man erst davon ausgegangen, das es sich um einen  Ciobănesc Românesc Mioritic – Mix handelt. Wenn man aber die Eigenschaften ( Phänotypisierung) genauer unter die Lupe nimmt, stimmt Körpergrößte, Gewicht nicht mehr so ganz, auch das Verhalten wich sehr von dem Rumänischen HSH ab. Sam zeigt viele typische Verhaltensmuster wie z.B. Einkreisen,  Verharren, Heranpirschen, Fixieren mit dem Blick,  dabei senkt er seinen Vorderkörper, wie man oft bei den Border Collies sieht, wenn sie ein Schaf, was sich von der Herde entfernt hat,  zurück treiben. Nur das bei Sam das Hüten in Jagen übergegangen ist und somit zu sehen ist, wenn ein „Arbeitshund“ nicht seine richtigen Aufgaben nachgehen kann, schnell ein Alternativverhalten sich entwickelt und dadurch ein „Problemverhalten“ sich zeigt. 

In den ersten 3 Jahren hatte er leider immer wieder geschafft, mehrmals ins Tierheim zurück zu kommen. Zum einen war eine Familie mit mehreren Kindern mit seinem Temperament schnell überfordert,  bei der nächsten Stelle sah es erst gut aus, kam aber dann zurück weil er geschnappt hat und zu Letzt haben sich die Hundehalter getrennt (Scheidungsopfer). Somit ist viel schon in den ersten Jahren vieles „falsch“ geprägt worden, Unsicherheit, Misstrauen und einiges mehr hat sich da schon tief verewigt (psychisch). Hier liegt die schon die erste Herausforderung für mich, das Vertrauen in allen Lagen zu gewinnen. 

Da man mich kennt und ich irgendwie immer die Hunde „anziehend“ finde, die einige Baustellen mitbringen, hat natürlich SAM auch einige zusätzliche  Baustellen:
Z.B. er kommt nicht so gut mit Kindern klar,  Leinenaggression gegenüber Artgenossen, starkes Jagt Verhalten (Hütehunde die ihrer Aufgabe „Hüten“ nicht nachgehen kann, neigen schnell dazu ein Alternativverhalten sich an zu gewöhnen), hat hin und wieder Problemen bei fremden Personen, jault und bellt beim Autofahren (hohe positive Erwartungshaltung es passiert was aufregendes, wenn wir mit dem Auto wegfahren!), was positiv ist – springt gerne ins Auto, springt erst bei Aufforderung aus dem Auto.

Weitere Auffälligkeiten sind Geräuschempfindlichkeit, schreckhaft, unsicher, auch Unruhe und Nervosität zeigt er. Ich sehe bei  Sam das Problem das er nicht zur Ruhe kommt und wenn er es schafft doch mal etwas herunter zu fahren, dann ist er innerlich zu unruhig / angespannt das er bei jeder Kleinigkeit wieder „hoch“ schießt (sieht man oft bei Hütehunden die ständig ausgepowert  werden, die ihre nötigen Ruhephasen nicht einhalten dürfen).  
Was noch aufgefallen ist, er hat Probleme beim sehen im Nahbereich, Fernbereich und bei schlechten Lichtverhältnissen (Schattenbildung usw.). Im Haus legt er sich gerne in enge Bereich, man muss aufpassen, wenn man über ihn steigt oder schnelle Bewegungen macht. Es ist schon vorgekommen, das er sich so erschrocken hat, wo er dann schnappt bzw. weg boxt (Blaue Flecke bzw. auch leichte blutige Macken).  Die Unsicherheit und das Schreckhafte in solchen Situationen wird mich noch etwas beschäftigen, um da  eine ideale Lösung zu finden. 

Wie sieht es gesundheitlich aus, Mittelmeerkrankheiten  getestet, ohne Befund, Borreliose und Anaplasmose Befund in Sep. 2023, wurde behandelt, nach 30 Tagen Nachkontrolle, der Befund war negativ. Allgemein wurde er gründlich vom Tierheim aus bei einem Tierarzt „auf den Kopf“ gestellt (Blutbild, Körper, Haut, Fell usw. eben was Routine mäßig untersucht werden kann), alles ohne Befund. -Somit kann ich davon ausgehen, das Schilddrüse, Nieren, Leber, Hormone u.v.m. richtig im Körper arbeiten und von da aus keine Beeinflussung des Verhalten herkommen kann. Somit bleibt die Psyche als Schwerpunkt, wo man dran arbeiten muss. 

Wir gehen mit kleinen Schritten vor, arbeiten an unserer Vertrauensebene und tasten uns langsam aber sich durch die „Baustellen“. Ich hoffe, das ich bald mit dem Autofahren besser hin bekomme und Sam kann mit zu meinen Hausbesuchen und zu meinen Dogwalk. Somit hätte ich meinen Assistenten immer dabei für Hundebegegnungen und Co.

Sam bringt einiges an Verhalten mit, wo einige Hundehalter auch mit zu tun haben. Ich kann gut verstehen, wie verzweifelt der eine oder andere ist, wenn sie nicht die nötige Erfahrung und das wissen haben, damit um zu gehen. Hundetrainer kommen dann auch schnell an die grenzen, weil sie hier nicht nur Hund Therapieren müssen, sondern auch den Hundehalter direkt mit. 

Update 09.03.2024
Mittlerweile habe ich die „grobe“ Phase mit Sam geschafft. Er geht gut an der Leine, Freilauf und Rückruf ist auch auf den guten Weg, er orientiert sich gut an einen, achtet gut auf die Körpersprache, ich kann ihn mit zu meinen Terminen nehmen (Autofahren klappt jetzt soweit auch gut!), wird bei Hunde Begegnungen immer wieder mit eingesetzt und geht auch bei meinen Dogwalk gerne mit.  Bindung und Vertrauen hat sich in den letzten Wochen gut gebildet. 

Nun gehen wir in den „Feinschliff“, arbeiten noch an dem einen oder einen und versuchen es noch etwas besser hin zu bekommen. Einen perfekten Hund brauche ich nicht, er soll nur funktionieren, wenn es darauf ankommt. 

Update 23.04.2024
Nachdem das „Grobe“ soweit gut heraus gearbeitet wurde, Kristallisiert jetzt ein Verhalten heraus, was vorher nicht sofort zu erkennen war. z.B.

Sam schaltet von jetzt auf gleich von selbstsicher zum schreckhaften um, was vor dem Verhalten kein Auslöser war ist plötzlich einer, wenn man ihn dann anspricht,  schaut er einen so an, als ob er einen nicht mehr kennt (leerer Blick). Zu Hause kommt vermehrt vor, er freut sich über einen , plötzlich schaltet er um, fixiert, geht Drohverhalten, schaut aber so, als ob er durch einen durchschaut bzw. so als ob er plötzlich einen nicht erkennt (wieder leerer Blick zum Teil dann auch stechend!). Ansprechen, zurückweisen, schlimmsten Fall Maßregeln kommt man hier nicht weiter, er reagiert nicht wirklich darauf, im schlimmstenfalls wehrt er sich.   Was mir noch aufgefallen ist, das er, kurz davor bzw. während der Verhalten Phase auch vor kommt, das Sam eine leichten runden Rücken dabei hat, als ob er schmerzen hätte.   

Bevor ich weiter in der Beziehungskiste arbeite, werde ich mich erst mal mit dem „Ein- / Aus – Verhalten“ auseinander setzten, genauer beobachten und evtl. einen Tierarzt (Verhaltensmediziner) aufsuchen, das Verhalten analysieren und wenn es sein muss, auch weitere Untersuchungen durchführen. Das Spektrum ist groß, woher das Verhalten kommt. Mit Druck kommt man nicht weit, das Gegenteil ist der Fall, das was man an Vertrauen aufgebaut hat, ist sofort hinfällig, die Verfälschung des Misstrauen würde dann wieder verfälschen und man käme schnell in den Bereich „ausprobieren“ und hoffen das man eine Medizinische Lösung findet. Gute Tierärzte gibt es, aber leider zu wenige, die als Verhalten Mediziner unterwegs sind. Jeder Tierarzt der Interesse hat bzw. schon mit solchen Hunden mit ähnlichen Verhaltensmuster zu tun hatte, kann sich gerne bei mir melden. Ich würde mich über einen Anruf freuen. 

Wenn man einen Hund übernimmt, der mehr oder weniger als schwierig ist, es lohnt sich auch hier, die Zeit, die Geduld und Ausdauer hinein zu stecken. Der Dank den man von dem Hund zurück bekommt, ist unbezahlbar.


 


geb. 2009 / gestorben 07.10.2023

Kira Nov. 2018
Kira, ein besonderer Hund!

Am 05.05.2018 habe ich die Kuvasz Retriever Mix Hündin „Kira“ mit 9 Jahre bei mir aufgenommen.
Sie wurde in den ersten 8 Jahren “nur als Garten Hund” gehalten, nachdem der Hundehalter verstorben war, kam sie als Notfall mit „schwierigen Verhalten“ ins Tierheim. Sie war sehr untergewichtig und nach einigen Untersuchungen konnte man nicht genau sagen, was sie an Organischen defekten evtl. auch noch mitgebracht hat.  Nach einigen „unruhigen“ Wochen Aufenthalt im Tierheim, hatte man sich entschieden Kira zu kastrieren danach kam Sie auf eine Pflegestelle mit der Hoffnung, das ihr Verhalten doch noch etwas „einfacher“ wird.
Leider war es nicht so, zeigte sie sich sehr auffällig auf der Pflegestelle, sie war nicht so „freundlich“ zu einem, sie fixierte, schnappte nach Händen, misstrauisch, ließ nicht jeden ran, Ressourcen verteidigen und vieles mehr. Kurz und knapp gesagt, sie meinte es ernst und zog auch (blutig) durch.
Daraufhin wurde sie von „mehreren Stellen“ neu Eingeschätzt, leider sah es da nicht so gut aus. Man kam zum Ergebnis, das Kira „nicht“ mehr berechenbar sei und somit „schmolz“ die Hoffnung dahin, sie je wieder ein passendes zu Hause zu finden (nicht vermittelbar). Man dachte sogar ans einschläfern.

Ob wohl die vorherigen Ergebnisse der Einschätzungen von diversen Stellen nicht so „rosig“ waren, kam man auf mich zu. Wir trafen uns  (Pflegestelle, teil vom Vorstand) am Tierheim Olpe, ich schaute mir Kira an. Sie zeigte sich nur zum Teil von ihrer „guten“ Seite, aber ihre „schlechtere“ Seite kam auch schon dort zu Tage. Sah schlimmer aus, wie es war. Ich ging alleine erst mal eine Runde, wir kamen zurecht, daher entschied ich mich sie mit zu mir nach Hause zu nehmen, um besser die Hündin kennen zu lernen.
Einschläfern lassen kann man immer noch, wenn wirklich eine Gefahr von ihr ausgegangen wäre oder evtl. auch eine andere Erkrankung (z.B. Tumor) festgestellt wurde.  Es kam schnell heraus, das Kira  gesundheitlich doch einige „Baustellen“ mit gebracht hatte: 
Schilddrüsenunterfunktion, Durchblutungsstörungen, Augen Pupillen bleiben weit offen, kann nicht richtig sehen und einschätzen was auf sie zu kommt, muss mehr auf Ohren und Nase verlassen, hin und wieder Gelenkschmerzen, Hüfte, altersbedingte Probleme. – Einige „Baustellen“ trugen sogar Kiras Verhalten herbei.
Ich musste selber mich mit der „Materie“ erst mal beschäftigen, um zu verstehen, welche Hormone, Botenstoffe, Schmerzen uvm. das Verhalten des Hundes verändern kann. Es war eine ganz neue Welt für mich, Biologie hatte ich zuletzt in meiner Schulzeit gehabt und somit musste ich auch viel selber erfragen. Zum Glück konnte ich meine Schwester des Öfteren fragen, sie ist selber Ärztin in der Humanmedizin und sie konnte mir einiges gut erklären. Den Rest habe ich mir dann aus den Fachbüchern herausgesucht, habe gezielte Fort- und Weiterbildungen mit gemacht und nach einiger Zeit kam ich auch mit meinen Wissen dahin, das ich Kira gut verstehen und helfen konnte.
Nach 3 Monaten waren alle Blutwerte gut, nach 6 Monaten konnte man Kira gut einschätzen im Verhalten, vieles hat sich herauskristallisiert wo wirklich die Schwierigkeiten sitzen z.B. Unsicherheit mit Hunden, Menschen, unbekannten Situationen, Phobien bei Schussgeräuschen, Silvesterkracher, Gewitter, Arztpraxen, Pferde, Kühe und Schafe. Sie hatte viel Nachholbedarf was so die Umwelt geboten hatte. Auch Herdenschutz typisches Verhalten wie z.B. Territoriale Aggression konnte man eindeutig zuordnen. Auch Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Ressourcenverteidigung gehörte in der ersten Zeit noch zur Tagesordnung, was sich aber auch nach einiger Zeit legte.
Aber auch andere Auffälligkeiten die nicht so direkt auffielen, kamen immer mehr zu Tage. Alle diese „Baustellen“ werden mich noch einige Zeit beschäftigen, evtl. werde ich nicht jedes unerwünschte Verhalten in den Griff bekommen, aber Sie wird mich in den nächsten Monaten in Beobachten – Einschätzen und Lösungen finden ein ganzes Stück meines Wissens weiter bringen . Eins hat man schnell gemerkt, mit klassischer Körpersprache und Interpretation kommt man hier nicht weiter, man muss auch „zwischen den Zeilen“ den Hund lesen und verstehen lernen. 
Viele die in den ersten Wochen Kira kennen gelernt hatten und immer wieder in regelmäßigen Abständen sie sehen, haben mir schon bestätigt, Kira hat eine komplette positive Wandlung durchlaufen und genau diese Beobachtungen von außenstehenden hilft mir weiter, die Kira besser verstehen zu lernen.
Nach einem Jahr haben sich leider die Augen verschlechtert, aber allgemein zeigt Kira auch sehr schöne verschmuste Seite. Wir freuen uns jeden morgen von neuen, das wir uns haben. Seit Herbst 2020 haben sich die Ohren auch verschlechtert, zum einen kommt es zu gute, weil sie Geräuschempfindlich ist, sie reagiert nicht mehr auf alles negativ, aber Sylvester und Gewitter ist immer noch als „Trauma“ da. 
Seit Sommer 2022 merkt man stark, das sie Körperlich abgebaut hat. Im Dezember 2022 zeigt sie vermehrt, das auch die Leber und Nieren nicht mehr so 100 % dabei sind. Mittlerweile sehe ich nicht mehr weit in die Zukunft, ich genieße jeden Tag, jede Stunde mit ihr, solange wie sie noch bei mir ist. 

Der Tag ist gekommen, an den man eine Entscheidung treffen musste, die einem immer weh tut. Ich musste Kira am 07.10.2023 gehen lassen. Die Kraft war aus dem Körper raus, sie hatte motorische Ausfälle, sie hatte schmerzen, die Gelenke an den Pfoten waren dick und sie konnte nicht mehr richtig gehen, viel immer wieder hin, schwankte beim gehen und jede Bewegung viel ihr schwer. Der Zeitpunkt war gekommen, wo ich Entscheidungen treffen musste, lange habe ich in mir gerungen, hatte immer die Hoffnung, das evtl. sie doch noch mal sich berappelt, aber ich habe auch gesehen, das sie immer mehr abgebaut hatte, sie quälte sich immer mehr, die Lebensqualität war nicht mehr gegeben. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist immer schwer, wir Hundehalter müssen auch in dieser Zeit für das Tier entscheiden. 

Danke an alle, die meine Kira so akzeptiert haben wie sie war. 

Seelenhunde hat sie jemand genannt,  jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben, jene Hunde, die wie Schatten waren, wie die Luft zum atmen, jene Hunde, die uns ohne Worte verstanden.  Quelle ….  „Der kleine Prinz“
Kira war einer, der zu den Seelenhunden gehörte. 


An die Hundehalter, die verzweifeln, weil es mit dem Hund nicht so klappt!
Man sollte die nötige Zeit, Geduld und Ausdauer mitbringen, um „schwierigen Hunden“ die Change zu geben, ein „fast normales Hundeleben“ genießen zu können. Man kann nicht alles schaffen, aber das was man schafft, das bringt einen selber einen ganz großes Stück an Erfahrung weiter.

Nachgedanke:
Kira kam in mein Leben um mir zu zeigen wie man mit schwierigen Hunden umgeht, meine Fort- /Weiterbildungen wurden so ausgewählt, das ich meiner Hündin helfen konnte. Ohne zu merken, bin ich auf meinen Weg zurück geholt worden, warum ich überhaupt Hundetrainer / Sachverständiger geworden bin. 2010 haben meine Wurzeln angefangen sich zu bilden im Tierheim Olpe. Die Jahre zwischen Tierheim und bis Kira kam, war man noch in der „Findungsphase“, ab Kira ging es wieder auf den Weg zurück der „schwierigen Hunden“.  Fort-/Weiterbildung ist Theorie, aber in der Praxis lernt man schnell, das Theorie alleine einen nicht weiterhilft, erst in der Praxis lernt man damit um zu gehen. 

Liebe Kira, ich Danke Dir für all das Wissen was Du mir beigebracht hast.DANKE vom Herzen für immer!



1990 bis Okt. 2001 Riesenschnauzer Cora von Züchter… hat meine Frau mit in die Beziehung gebracht…!


Jimmy…

1994 bis Okt. 2001 Zwergpinscher Jimmy … Tierheim Wipperfürth… war schon 8 Jahre alt…verstarb an Nebennierenkrebs.


Lumpi…

Nov. 2001 bis Jan. 2010 Terrier Mix Rüde Lumpi… Tierheim Dellbrück.. war auch schon ca. 8 Jahre alt…, verstarb an Knochenkrebs.


Gismo…

Ende Juli 2010 bis 13.04.2018 Ratonero Bodeguero Andaluz Rüde Gismo … Tierheim Olpe… erst als Pflegehund, da nicht vermittelbar, blieb er bei mir…. Wurde ca. 14 Jahre … starb an Krebs (Bauchorgarne waren alle befallen)