Jeder Hund ist und war was besonderes!

Mein aktueller Hund:

Kira Nov. 2018

Kira, ein besonderer Hund!

Am 05.05.2018 habe ich die Kuvasz Retriever Mix Hündin “Kira” mit 9 Jahre bei mir aufgenommen.

Sie wurde in den ersten 8 Jahren “nur als Garten Hund” gehalten, nachdem der Hundehalter verstorben war, kam sie als Notfall mit „schwierigen Verhalten“ ins Tierheim. Nach einigen “unruhigen” Wochen Aufenthalt im Tierheim, hatte man sich entschieden Kira zu kastrieren danach kam Sie auf eine Pflegestelle mit der Hoffnung, das ihr Verhalten doch noch etwas „einfacher“ wird.
Leider war es nicht so, zeigte sie sich sehr auffällig auf der Pflegestelle, sie war nicht so „freundlich“ zu einem, sie fixierte, schnappte nach Händen, misstrauisch, ließ nicht jeden ran, Ressourcen verteidigen und vieles mehr. Daraufhin wurde sie von „mehreren Stellen“ neu Eingeschätzt, leider sah es da nicht so gut aus. Man kam zum Ergebnis, das Kira „nicht“ mehr berechenbar sei und somit „schmolz“ die Hoffnung dahin, sie je wieder ein passendes zu Hause zu finden (nicht vermittelbar) Man dachte sogar ans einschläfern.

Ob wohl die vorherigen Ergebnisse der Einschätzungen von diversen Stellen nicht so „rosig“ waren, kam man auf mich zu. Wir trafen uns alle (Pflegestelle, teil vom Vorstand) am Tierheim Olpe, ich schaute mir Kira an. Sie zeigte sich nur zum Teil von ihrer „guten“ Seite, aber ihre „schlechtere“ Seite kam auch schon dort zu Tage. Sah schlimmer aus, wie es war. Ich ging alleine erst maleine Runde mit Kira, wir kamen zurecht, daher entschied ich mich sie mit zu mir zu nehmen nach Hause zu nehmen, um besser die Hündin kennen zu lernen.

Einschläfern lassen kann man immer noch, wenn wirklich eine Gefahr von ihr ausgegangen wäre oder evtl. auch eine andere Erkrankung (z.B. Tumor) festgestellt wurde.

In den ersten Wochen kam schnell heraus, das Kira gesundheitlich doch einige „Baustellen“ hatte:
Schilddrüsenunterfunktion, Durchblutungsstörungen, Augen Pupillen bleiben weit offen, kann nicht richtig sehen und einschätzen was auf sie zu kommt, muss mehr auf Ohren und Nase verlassen, hin und wieder Gelenkschmerzen, Hüfte, altersbedingte Probleme. – Einige „Baustellen“ trugen sogar Kiras Verhalten herbei.

Ich musste selber mich mit der „Materie“ erst mal beschäftigen, um zu verstehen, welche Hormone, Botenstoffe usw. das Verhalten des Hundes verändern kann. Es war eine ganz neue Welt für mich, Biologie hatte ich zuletzt in meiner Schulzeit gehabt und somit musste ich auch viel selber erfragen. Zum Glück konnte ich meine Schwester des öfteren fragen, sie ist selber Ärztin in der Humanmedizin und sie konnte mir einiges gut erklären. Den Rest habe ich mir dann aus den Fachbüchern herausgesucht.

Nach 3 Monaten waren alle Blutwerte gut, nach 6 Monaten konnte man Kira gut einschätzen im Verhalten, vieles hat sich herauskristallisiert wo wirklich die Schwierigkeiten sitzen z.B. Unsicherheit mit Hunden, Menschen, unbekannten Situationen, Phobien bei Schussgeräuschen, Silvesterkracher, Gewitter, Arztpraxen, Pferde, Kühe und Schafe. Sie hatte viel Nachholbedarf was so die Umwelt geboten hatte.
Auch Herdenschutz typisches Verhalten wie z.B. Territoriale Aggression konnte man eindeutig zuordnen. Auch Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Ressourcenverteidigung gehörte in der ersten Zeit noch zur Tagesordnung, was sich aber auch nach einiger Zeit legte.
Aber auch andere Auffälligkeiten die nicht so direkt auffielen, kamen immer mehr zu Tage. Alle diese “Baustellen” werden mich noch einige Zeit beschäftigen, evtl. werde ich nicht jedes unerwünschte Verhalten in den Griff bekommen, aber Sie wird mich in den nächsten Monaten in Beobachten – Einschätzen und Lösungen finden ein ganzes Stück meines Wissens weiter bringen. Eins hat man schnell gemerkt, mit klassischer Körpersprache und Interpretation kommt man hier nicht weiter, man muss auch “zwischen den Zeilen” den Hund lesen und verstehen lernen.

Viele die in den ersten Wochen Kira kennen gelernt hatten und immer wieder in regelmäßigen Abständen sie sehen, haben mir schon bestätigt, Kira hat eine komplette positive Wandlung durchlaufen und genau diese Beobachtungen von außenstehenden hilft mir weiter, die Kira besser verstehen zu lernen.

Nach einem Jahr haben sich leider die Augen verschlechtert, aber allgemein zeigt Kira auch sehr schöne verschmuste Seite. Wir freuen uns jeden morgen von neuen, das wir uns haben.

Man sollte die nötige Zeit, Geduld und Ausdauer mitbringen, um “schwierigen Hunden” die Change zu geben, ein “fast normales Hundeleben” genießen zu können. Man kann nicht alles schaffen, aber das was man schafft, das bringt einen selber einen ganz großes Stück an Erfahrung weiter.

 

Meine Hunde die schon gegangen sind:

Cora…

1990 bis Okt. 2001 Riesenschnauzer Cora von Züchter… hat meine Frau mit in die Beziehung gebracht…!

Jimmy…

1994 bis Okt. 2001 Zwergpinscher Jimmy … Tierheim Wipperfürth… war schon 8 Jahre alt…verstarb an Nebennierenkrebs.

Lumpi…

Nov. 2001 bis Jan. 2010 Terrier Mix Rüde Lumpi… Tierheim Dellbrück.. war auch schon ca. 8 Jahre alt…, verstarb an Knochenkrebs.

Gismo…

Ende Juli 2010 bis 13.04.2018 Ratonero Bodeguero Andaluz Rüde Gismo … Tierheim Olpe… erst als Pflegehund, da nicht vermittelbar, blieb er bei mir…. Wurde ca. 14 Jahre … starb an Krebs (Bauchorgarne waren alle befallen)